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SCAF: Das europäische Luftkampfsystem der Zukunft im Detail

George James Carter Sutton • 2026-06-04 • Gepruft von Oliver Weber

Ein neues Kampfflugzeug für Europa – das klingt nach Zukunftsmusik, aber die Arbeiten daran laufen bereits auf Hochtouren. Das Systeme de combat aérien du futur (SCAF) soll ab 2040 die Rafale und den Eurofighter ersetzen und die europäische Luftverteidigung neu definieren. Was hinter dem milliardenschweren Projekt steckt, welche Länder mitmachen und wo die größten Hürden liegen – das erfahren Sie hier.

Programmname: SCAF ·
Beteiligte Länder: Frankreich, Deutschland, Spanien ·
Hauptauftragnehmer: Dassault Aviation, Airbus Defence and Space, Indra ·
Status: In Entwicklung ·
Erstflug des Demonstrators (geplant): 2027 ·
Einsatzbereitschaft (geplant): 2040

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Gesamtkosten des Programms (Schätzungen variieren stark)
  • Exakte Stückzahl der bestellten Systeme
  • Endgültige technische Parameter wie Geschwindigkeit und Reichweite
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht

Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Vergleichsdimensionen zwischen SCAF, F-35 und Tempest zusammen.

Vergleich SCAF mit F-35 und Tempest/GCAP – Stand 2025
Merkmal SCAF F-35 Lightning II Tempest / GCAP
Generation 6. Generation (geplant) 5. Generation 6. Generation (geplant)
Führende Nationen Frankreich, Deutschland, Spanien USA Großbritannien, Japan, Italien
Geplante Einsatzbereitschaft 2040 Bereits im Einsatz 2035–2040
Schwerpunkt System-of-Systems, KI, Drohnen Stealth, Sensorfusion KI, offene Architektur

Sechs zentrale Eckdaten des SCAF-Programms auf einen Blick.

Sechs zentrale Eckdaten des SCAF-Programms auf einen Blick
Merkmal Angabe
Programmname Systeme de combat aérien du futur (SCAF)
Startjahr 2019 (Ankündigung bei der Paris Air Show)
Geplanter Erstflug (Demonstrator) 2027
Projektkosten (Schätzung) Über 100 Milliarden Euro
Hauptpartner Frankreich, Deutschland, Spanien
Industrieführer Dassault Aviation (NGF), Airbus Defence and Space (Drohnen)
Das Paradox

Das SCAF soll Europas militärischen Zusammenhalt stärken, doch genau dieser Zusammenhalt wird auf die Probe gestellt: nationale Industriepolitik und unterschiedliche strategische Kulturen könnten das Projekt verzögern – was zu mehr Abhängigkeit von US-Technologie wie der F-35 führen würde (Sénat français – parlamentarische Analyse).

Was ist das Systeme de combat aérien du futur (SCAF)?

Das SCAF ist kein einzelnes Kampfflugzeug, sondern ein vernetztes System aus mehreren Komponenten – ein sogenanntes „System of Systems”. Der Kern besteht aus dem Next Generation Fighter (NGF), unbemannten Begleitdrohnen (Remote Carriers) und einer hochsicheren Datenvernetzung, der Air Combat Cloud (Bundeswehr – offizielle Definition). Ziel ist es, bemannte und unbemannte Plattformen so zu verbinden, dass sie in Echtzeit Informationen austauschen und gemeinsam agieren können (Bundeswehr – offizielle Projektseite). Das Programm geht auf das European Technology Acquisition Programme (ETAP) zurück, das bereits 2001 ins Leben gerufen wurde (Wikipedia – Projektgeschichte). Offiziell gestartet wurde SCAF im Jahr 2019 auf der Paris Air Show, damals noch als bilaterales deutsch-französisches Projekt. Spanien stieß 2020 als dritter Partner hinzu (Wikipedia – Partner).

Definition und Ziele

  • SCAF ist ein europäisches Gemeinschaftsprojekt mit den Partnern Frankreich, Deutschland und Spanien (Bundeswehr – offizielle Projektseite)
  • Es handelt sich um ein System von Systemen mit bemannten und unbemannten Komponenten (Bundeswehr – offizielle Projektseite)
  • Ziel ist die Ablösung der Rafale und des Eurofighters bis 2040 (Sénat français – parlamentarischer Bericht)

Das Besondere: Der New Generation Fighter soll optional bemannt oder unbemannt fliegen können – eine Flexibilität, die kein aktuelles Kampfflugzeug bietet (Bundeswehr – technische Konzeption).

Technologische Komponenten

  • Next Generation Fighter (NGF) – das bemannte (oder optionale) Kampfflugzeug (Bundeswehr – NGWS-Beschreibung)
  • Remote Carriers – unbemannte Begleitdrohnen für Aufklärung und Angriff (Bundeswehr – Systemkomponenten)
  • Air Combat Cloud – vernetzte Datenplattform für Echtzeit-Kampfführung (Bundeswehr – Vernetzungskonzept)

Die KI-gestützte Kampfarchitektur soll Entscheidungen in Sekundenbruchteilen ermöglichen – eine Fähigkeit, die die menschliche Reaktionszeit bei weitem übersteigt (Bundeswehr – KI-Integration).

Fazit: SCAF ist nicht nur ein Flugzeug, sondern eine neue Art der Luftkriegsführung. Deutschland und Frankreich setzen darauf, ihre Luftstreitkräfte bis 2040 technologisch auf ein Niveau zu heben, das ohne das Projekt nicht erreichbar wäre. Besonders die Integration unbemannter Systeme wird die Doktrin revolutionieren.

Welcher Jet wird die Rafale ersetzen?

Die Rafale, seit 2004 im Dienst der französischen Luftstreitkräfte, hat noch einige Betriebsjahre vor sich. Doch ihr Nachfolger steht bereits fest: der Next Generation Fighter (NGF) des SCAF-Programms (Sénat français – Nachfolgeplanung). Parallel dazu wird auch der Eurofighter Typhoon, das Pendant der deutschen und spanischen Luftwaffe, durch das SCAF abgelöst werden (Sénat français – Zeitplan).

Der SCAF Next Generation Fighter

  • SCAF soll die Rafale und den Eurofighter ersetzen (Sénat français – parlamentarischer Bericht)
  • Der Zeitplan sieht die Einsatzbereitschaft für 2040 vor (Sénat français – Zeitplan)
  • Dassault Aviation führt die Entwicklung des Kampfflugzeugs an (Wikipedia – industrielle Führung)

Ein erster Flugdemonstrator soll bereits 2027 abheben (Sénat français – Flugdemonstrator), auch wenn das endgültige Serienflugzeug erst in den 2030er Jahren erwartet wird.

Rolle des Eurofighters im Übergang

Bis zur Indienststellung des SCAF bleiben Rafale und Eurofighter die Rückgrate ihrer jeweiligen Luftwaffen. Deutschland hat den Eurofighter mehrfach modernisiert (EKF/Tranche 4) und plant, ihn bis in die 2040er Jahre zu betreiben (Bundeswehr – Eurofighter-Modernisierung). Frankreich hingegen investiert weiter in die Rafale F5-Standardisierung, die eine Drohnensteuerung ermöglichen soll (Wikipedia – Rafale F5).

Was das bedeutet

Die Übergangszeit bis 2040 ist kein Leerlauf: Beide Nationen rüsten ihre aktuellen Flugzeuge so auf, dass sie mit den künftigen SCAF-Komponenten interoperabel sind. Besonders die Drohnensteuerung wird bereits in den aktuellen Flotten trainiert (Bundeswehr – Interoperabilität).

Warum kauft Deutschland keine Rafale?

Eine Frage, die in Rüstungskreisen immer wieder aufkommt: Warum hat Deutschland nie die Rafale erworben, obwohl Frankreich und Deutschland im SCAF eng kooperieren? Die Antwort ist vielschichtig und reicht von Industriepolitik bis zu strategischen Präferenzen.

Politische Entscheidungen

  • Deutschland entschied sich für den Eurofighter aus industriepolitischen Gründen (Wikipedia – Eurofighter-Entscheidung)
  • Gründe: Arbeitsplätze in Deutschland, Kosten, strategische Eigenständigkeit bei Rüstungsprojekten
  • Die deutsch-französische Kooperation konzentriert sich nun auf das SCAF (Bundeswehr – deutsch-französische Kooperation)

Der Eurofighter wurde maßgeblich von Airbus (damals EADS) in Deutschland entwickelt, was tausende Arbeitsplätze in Bayern, Bremen und Nordrhein-Westfalen sicherte. Die Rafale hingegen ist ein rein französisches Produkt von Dassault – eine Beschaffung hätte kaum industriepolitische Vorteile für Deutschland gebracht (Wikipedia – Rafale Produktion).

Kooperation mit Frankreich

Trotz unterschiedlicher Flugzeugwahl arbeiten Deutschland und Frankreich im SCAF eng zusammen. Die Aufgabenteilung ist klar: Dassault Aviation führt den Bau des Next Generation Fighter an, während Airbus Defence and Space für die unbemannten Remote Carriers und die Combat Cloud verantwortlich ist (Wikipedia – industrielle Aufgabenteilung). Spanien ist mit Indra als Industrieführer an Bord.

Alternative: Eurofighter

Der Eurofighter bleibt daher Deutschlands Kampfflugzeug der Wahl bis zur Einführung des SCAF. Mit kontinuierlichen Modernisierungen (AESA-Radar, elektronische Kampfführung, Bewaffnungsupdates) bleibt er auf dem Stand der Technik (Wikipedia – Eurofighter Modernisierung).

Fazit: Deutschland kauft keine Rafale, weil der Eurofighter industriepolitisch und strategisch die bessere Wahl war. Für die Bundesregierung war die Sicherung heimischer Arbeitsplätze und Technologiekompetenz ausschlaggebend. Frankreich wiederum hat mit der Rafale ein eigenes System, das bis zum SCAF betrieben wird.

Was sind die Schwächen der Rafale?

Die Rafale ist ein vielseitiges Mehrzweckkampfflugzeug, aber sie hat auch ihre Grenzen. Im direkten Vergleich mit modernen Konkurrenten zeigen sich einige Nachteile.

Einsatzbereich und Einschränkungen

  • Die Rafale ist vielseitig, aber nicht vollständig unsichtbar (Stealth) (Wikipedia – Rafale Stealth)
  • Ihre Radar- und Elektronikkapazitäten gelten als weniger modern als die des F-35 (Wikipedia – Rafale Technik)
  • Wartungs- und Betriebskosten sind höher als beim Eurofighter (Wikipedia – Rafale Betriebskosten)

Die fehlende Vollstealth-Fähigkeit macht die Rafale anfälliger gegen moderne Luftabwehrsysteme wie die russische S-400 (Wikipedia – Rafale Einschränkungen). Auch die Integration von neuen Waffensystemen gestaltet sich aufgrund der spezifischen französischen Architektur aufwändiger als bei US-amerikanischen Plattformen.

Vergleich mit F-35 und Eurofighter

Die F-35 ist in Sachen Stealth und Sensorfusion klar überlegen – ein Preis, den die USA mit Entwicklungs- und Betriebskosten von über 1,5 Billionen US-Dollar bezahlen (Wikipedia – F-35 Kosten). Der Eurofighter punktet mit geringeren Betriebskosten und einer breiteren europäischen Industriebasis. Die Rafale liegt in puncto Vielseitigkeit vorne – sie ist trägergestützt und kann nukleare Abschreckung (ASMPA-Rakete) gewährleisten (Wikipedia – Rafale Nuklearrolle).

Fazit: Die Rafale ist ein erstklassiges Mehrzweckflugzeug, aber kein Stealth-Jet. Ihre Grenzen zeigen sich vor allem im Vergleich mit der F-35, die jedoch zu einem deutlich höheren Betriebskosten- und Abhängigkeitspreis kommt. Für Frankreich bleibt die Rafale dennoch die richtige Wahl, da sie die nukleare Souveränität und Trägerfähigkeit sichert.

Welches Land hat die meisten Rafales?

Weltweit sind über 230 Rafale im Einsatz – Frankreich ist der mit Abstand größte Betreiber.

Frankreich als Hauptnutzer

  • Frankreich betreibt über 100 Rafale in verschiedenen Versionen (Wikipedia – Rafale Bestand Frankreich)
  • Die Flotte umfasst die Versionen B (Doppelsitzer), C (Einsitzer) und M (Marine) (Wikipedia – Rafale Varianten)
  • Die französische Luftwaffe und Marine planen, die Rafale bis zur Einführung des SCAF zu betreiben (Sénat français – Nutzungsdauer)

Exportkunden: Ägypten, Katar, Indien

  • Indien ist der größte Exportkunde mit 36 bestellten Rafale (Wikipedia – Rafale Export Indien)
  • Weitere Betreiber: Ägypten, Katar, Griechenland und Kroatien

Griechenland bestellte 2024 eine weitere Staffel Rafale, um seine Luftüberlegenheit in der Ägäis zu stärken (Wikipedia – Rafale Export Griechenland).

Wie konkurriert das SCAF mit anderen Flugzeugen?

Das SCAF tritt in eine bereits stark besetzte Arena ein: Die F-35 dominiert den Stealth-Markt, der britische Tempest verfolgt ähnliche Ziele und China wie Russland bauen eigene Systeme der sechsten Generation.

SCAF vs Tempest: europäische Rivalität

Während das SCAF deutsch-französisch-spanisch geprägt ist, verfolgt Großbritannien mit dem Tempest (ab 2025 offiziell Global Combat Air Programme, GCAP auch mit Japan und Italien) ein eigenständiges Projekt (Wikipedia – GCAP/Tempest). Beide Systeme sollen um 2040 einsatzbereit sein – konkurrieren also direkt um Budgets und Exportmärkte in Europa und Asien. Der Unterschied: Das SCAF setzt stärker auf europäische Integration und eine gemeinsame Rüstungsbasis, während Tempest/GCAP britische Führungsrolle mit japanischer und italienischer Technologie kombiniert. Die NATO könnte langfristig beide Systeme integrieren müssen – was Fragen der Interoperabilität aufwirft (Bundeswehr – Interoperabilität mit NATO).

SCAF vs F-35

Die F-35 ist bereits im Einsatz und dient als Referenz für Stealth-Fähigkeiten (Wikipedia – F-35 Fähigkeiten). Das SCAF wird in puncto Tarnkappentechnik mindestens auf F-35-Niveau kommen müssen, aber zusätzlich auf Netzwerkfähigkeit und Künstliche Intelligenz setzen (Bundeswehr – KI im SCAF). Die Herausforderung: Die F-35 wird bis 2040 bereits zweimal modernisiert worden sein (Block 4 und 5), während das SCAF dann erst in Dienst gestellt wird. Die USA werden also nicht stehen bleiben.

SCAF vs Rafale: Unterschiede

Die Rafale ist ein Kampfflugzeug der 4. Generation, das durch seine Vielseitigkeit und Trägertauglichkeit besticht (Wikipedia – Rafale Fähigkeiten). Das SCAF wird auf einer komplett neuen Architektur basieren: Stealth, KI-gestützte Sensorfusion, bemannt/unbemannt optional und eine vollintegrierte Combat Cloud (Bundeswehr – SCAF Architektur).

Fazit: Das SCAF ist kein Rafale-Ersatz im klassischen Sinne, sondern ein Quantensprung. Die Rafale bleibt bis 2040 das Rückgrat der französischen Luftstreitkräfte, aber das SCAF wird eine völlig neue Fähigkeitsebene eröffnen. Deutschlands Industrie ist gut beraten, die ambitionierten Zeitpläne einzuhalten, sonst droht ein Auseinanderdriften mit Frankreich.

Zeitleiste des SCAF-Programms

  • 2019: Ankündigung des SCAF auf der Paris Air Show durch Frankreich und Deutschland (Sénat français – Projektursprung)
  • 2020: Vertragsunterzeichnung mit den Industriepartnern; Spanien tritt bei (Wikipedia – Partner)
  • 2023: Abschluss der ersten Demonstrationsphase (Architekturstudien) (Militär Aktuell – Fachportal)
  • 2025: Beginn der Detailentwicklung für den Flugdemonstrator (ESUT – Fachmedium für Sicherheitstechnik)
  • 2027: Erstflug des Flugdemonstrators des Next Generation Fighter (geplant) (Sénat français – Flugdemonstrator)
  • 2030: Erste operationelle Fähigkeiten (Initial Operating Capability) (geplant)
  • 2040: Vollständige Indienststellung und Ablösung der Rafale und des Eurofighters (geplant) (Sénat français – Zeitplan)

Klarheit und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • SCAF wird die Rafale und den Eurofighter ersetzen (Sénat français)
  • Ein Technologiedemonstrator fliegt 2027 (Sénat français)
  • Beteiligung von Frankreich, Deutschland und Spanien (Bundeswehr)
  • Integration unbemannter Begleitdrohnen (Bundeswehr)

Was unklar ist

  • Gesamtkosten des Programms (Schätzungen variieren)
  • Exakte Stückzahl der bestellten Systeme
  • Endgültige technische Parameter (Geschwindigkeit, Reichweite, Bewaffnung)
  • Zeitplan für vollständige Integration aller Komponenten
  • Exportperspektiven und mögliche weitere Partnerländer

Experteneinschätzungen zum SCAF

„Le SCAF est un projet crucial pour la souveraineté européenne dans le domaine de la défense aérienne.”

– Sénat français, Bericht 2020 (Sénat français – parlamentarischer Bericht)

„Der Flugdemonstrator wird 2027 abheben, wie geplant.”

– Französisches Verteidigungsministerium, 2023 (Französisches Verteidigungsministerium – offizielle Mitteilung)

„Die Integration von KI und Drohnen erfordert neue Sicherheitsstandards.”

– German Aerospace Center (DLR), 2024 (DLR – Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt)

Zusammenfassung

Das SCAF ist das ambitionierteste europäische Rüstungsprojekt seit dem Eurofighter. Es soll die Lücke schließen, die durch das Auslaufen von Rafale und Eurofighter um 2040 entsteht – und Europa eine eigene, von den USA unabhängige Luftkampffähigkeit der sechsten Generation sichern (Sénat français – strategische Bedeutung). Die Herausforderungen sind enorm: Kosten, Zeitplan, industrielle Verteilungskämpfe und die technologische Komplexität eines Systems-of-Systems mit KI und Drohnen. Für die deutsche Luftwaffe ist die Entscheidung klar: Ohne das SCAF droht eine dauerhafte Abhängigkeit von US-amerikanischer Technologie – oder der Verlust einer eigenständigen europäischen Luftkampffähigkeit. Für Deutschland bedeutet das: entweder rechtzeitig in die SCAF-Entwicklung investieren und die industrielle Führungsrolle bei den unbemannten Systemen ausbauen, oder mittelfristig zur F-35 greifen – mit allen politischen und strategischen Konsequenzen.

Weitere Quellen

cicero.de, youtube.com

Ein detaillierter Blick auf das SCAF-System zeigt die technischen und politischen Herausforderungen des Projekts.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet die Entwicklung des SCAF?

Die Gesamtkosten des Programms werden auf über 100 Milliarden Euro geschätzt. Für Phase 1B (Demonstrator-Entwicklung) wurde ein Budget von rund 3,5 Milliarden Euro genannt (Militär Aktuell).

Wie viele SCAF-Jets sind geplant?

Die genaue Stückzahl ist noch nicht festgelegt. Schätzungen gehen von 250 bis 400 Systemen für die drei Partnerländer aus, abhängig von der endgültigen Kostenentwicklung und den Haushaltsmitteln.

Wird das SCAF Atomwaffen tragen können?

Ja, Frankreich wird voraussichtlich darauf bestehen, dass der NGF die nukleare Abschreckungsmission (ASMPA-Rakete) übernehmen kann – wie es die Rafale heute tut (Wikipedia – Rafale Nuklearrolle).

Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im SCAF?

KI wird zentral sein: für die Sensorfusion, die Steuerung der Drohnenschwärme (Remote Carriers) und die Entscheidungsunterstützung im Kampf (Bundeswehr – KI im SCAF).

Wie unterscheidet sich das SCAF vom britischen Tempest?

Das SCAF ist ein deutsch-französisch-spanisches Projekt, während Tempest (mittlerweile GCAP) von Großbritannien, Japan und Italien vorangetrieben wird. Beide Systeme sollen um 2040 einsatzbereit sein, aber SCAF setzt stärker auf europäische Integration und eine gemeinsame Rüstungsbasis (Wikipedia – GCAP).

Kann das SCAF mit der F-22 konkurrieren?

Die F-22 Raptor ist ein reiner Luftüberlegenheitsjäger der fünften Generation mit außergewöhnlicher Stealth und Agilität. Das SCAF wird als System der sechsten Generation konzipiert, das vernetzte Kampfführung und KI priorisiert – ein direkter Vergleich ist schwierig, da die Konzepte unterschiedlich sind (Wikipedia – F-22).

Wird das SCAF exportiert werden?

Exportoptionen werden diskutiert, sind aber noch nicht beschlossen. Mögliche Kandidaten sind NATO-Partner wie die Niederlande oder Belgien sowie Länder wie Katar oder die Vereinigten Arabischen Emirate, die bereits Rafale oder Eurofighter betreiben.



George James Carter Sutton

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George James Carter Sutton

Die Berichterstattung wird fortlaufend mit transparenter Quellenprüfung aktualisiert.