Der Große St. Bernhard-Tunnel bietet eine durchgehend befahrbare Verbindung zwischen Martigny und Aosta – selbst wenn eine Lawine den Pass sperrt. Wer im Winter von der Schweiz nach Italien will, hat praktisch keine Alternative zu diesem 5.798 Meter langen Straßentunnel unter dem Alpenhauptkamm.

Länge des Tunnels: fast 6 km · Verbindung: Martigny (CH) – Aosta (IT) · Höhe: ca. 1900 m ü. M. · Mautgebühr PKW: ca. 30–50 CHF · Aktueller Status: prüfen wegen Lawinen

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Exakte Mautpreise für 2025/26
  • Zeitpunkt der nächsten Sperrung
  • Aktuelle Wartezeiten bei Sperrungen
3Zeitleisten-Signal
4Wie es weitergeht
  • Winterschließungen möglich bei Extremwetter
  • Nachtarbeiten bis Juni 2026 mit Höhenbeschränkung
  • Vollsperrung am 15. September 2026 für Sicherheitsübungen
Merkmal Wert
Länge 5.798 m
Lage CH-IT Grenze
Eröffnung 19. März 1964
Tagesverkehr bis 2.000 Fahrzeuge
Maut PKW 29–49 CHF

Was ist der Unterschied zwischen dem St.-Bernhard-Pass und dem Tunnel?

Zwei Routen queren den Alpenhauptkamm am Großen St. Bernhard – eine historische Passstraße und ein moderner Straßentunnel. Beide verbinden Martigny im Wallis mit Aosta im Piemont, doch ihre Eigenschaften unterscheiden sich grundlegend.

Pass: Historische Route über 2469 m

Der Große St. Bernhard Pass erreicht eine Scheitelhöhe von 2.469 Metern und gehört damit zu den höchsten Alpenübergängen. Die 66 Kilometer lange Passstraße weist Steigungen von bis zu 11% auf und ist ausdrücklich nicht für Wohnwagen geeignet. Entscheidend: Die Passstraße unterliegt einer Wintersperre – der Pass ist nur von Mitte Juni bis Oktober befahrbar.

Tunnel: Moderne Alternative unter dem Pass

Der Große St. Bernhard-Tunnel unterquert den Pass auf etwa 1.900 Metern Höhe und ist ganzjährig nutzbar. Die Strecke Martigny–Aosta beträgt 74,6 Kilometer über den Tunnel, ohne Tunnel via SS27 dagegen 81 Kilometer. Der Tunnel ist gebührenpflichtig, wobei keine Schweizer Autobahnvignette erforderlich ist. Er verfügt über eine Einspurbahn mit Gegenverkehr und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.

Vergleichstabelle Pass vs. Tunnel

Fünf Unterschiede zeigen das Profil jeder Route für die alpine Querung.

Kriterium Pass Tunnel
Streckenlänge 66 km 74,6 km
Scheitelhöhe 2.469 m 1.900 m (Unterquerung)
Saison Nur Sommer (Juni–Okt.) Ganzjährig
Verkehrsmittel Wanderer, Motorroller Autos, Lastwagen
Maut Kostenlos 29–49 CHF

Der Pass bleibt ein Sommererlebnis für Wanderer und Motorradfahrer; für den Schwerlastverkehr und Winterurlaub ist der Tunnel die alleinige Option. Die mautfreie Alternativroute SS27 ist sechs Kilometer länger und führt durch das Aostatal.

Warum das wichtig ist

Winterreisende haben faktisch keine Wahl: Der Tunnel ist die einzige durchgehend befahrbare Verbindung zwischen der Schweiz und Italien von November bis April.

Ist der St.-Bernhard-Tunnel geöffnet?

Der Tunnel ist grundsätzlich ganzjährig befahrbar – doch wie bei jeder Alpeninfrastruktur gibt es Ausnahmen. Regelmäßige Sperrungen, Nachtarbeiten und Sicherheitsübungen unterbrechen den Betrieb.

Aktuelle Verkehrsinfo

Mehrere Faktoren bestimmen die aktuelle Verfügbarkeit. Nachtarbeiten zur Erneuerung der Belüftungsplatte laufen 2026 in Phasen: 11. Januar bis 2. April, 13. April bis 8. Mai, 19. Mai bis 26. Juni. Diese finden ausschließlich von 22:00 bis 06:00 Uhr statt. Zusätzlich ist der Tunnel am 15. September 2026 von 19:30 bis 01:00 Uhr vollständig gesperrt für gemeinsame italienisch-schweizerische Sicherheitsübungen. Freitag-Samstag- und Samstag-Sonntag-Nächte sind von Nachtarbeiten ausgenommen.

Häufige Sperrungen durch Lawinen

Am 17. April 2025 löste sich bei der Galerie Les Toules auf der A21 eine Lawine – kurz vor dem Nordportal des Tunnels. Das Ereignis verursachte Schäden an der Galerie und führte zur Sperrung. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (Bundesbehörde für Nationalstraßen) bestätigte den Vorfall. Lawinen betreffen primär die Passstraße und deren Zufahrten – der Tunnel selbst bleibt meist offen.

Status-Checks und Apps

Der Betreiber SISEX SA veröffentlicht aktuelle Meldungen auf saint-bernard.ch. Für die Schweiz gelten zudem Winterreifenpflichten: Auf Aostatal-Straßen sind vom 15. Oktober bis 15. April Winterreifen oder Schneeketten obligatorisch. Für die schweizerische Zufahrt empfiehlt sich das Lawinenbulletin des SLF (Forschungsinstitut für Schnee und Lawinen). Im Januar 2026 stufte das SLF die Lawinengefahr im zentralen Wallis meist als erheblich (Stufe 3) ein, in Teilen des Oberengadins als groß (Stufe 4-).

Die Nachtarbeiten bringen zusätzliche Einschränkungen: Während der nächtlichen Bauphasen gilt eine Höhenbeschränkung auf 3,00 Meter – höhere Fahrzeuge müssen alternative Routen wählen.

Der Handeloff

Winterreisende, die auf aktuelle Bedingungen angewiesen sind, sollten den Tunnel-Status vor Abfahrt auf saint-bernard.ch prüfen. Eine fünfminütige Recherche erspart Wartezeiten an gesperrten Abschnitten.

Wie lang ist der Große St.-Bernhard-Tunnel?

Mit 5.798 Metern gehört der Große St. Bernhard-Tunnel zu den längeren Straßentunnels der Alpen – doch er ist weder der längste weltweit noch der längste in den Alpen.

Technische Spezifikationen

Der Tunnel besteht aus einer Einspurbahn mit Gegenverkehr, gebaut von 1958 bis 1964. Die Freigabe erfolgte am 19. März 1964. Im Unterbau befindet sich die seit 2015 stillgelegte Ölpipeline Oléoduc du Rhône vom Hafen Genua zur Raffinerie Collombey. Betrieben wird die Anlage von der SISEX SA, die sowohl die TGSB als auch die SITRASB vereint.

Vergleich mit anderen Alpentunnels

Der Gotthard-Basistunnel erreicht 57 Kilometer als längster Eisenbahntunnel; der Gotthard-Strassentunnel 16,9 Kilometer. Der Fréjus-Tunnel (Mont Cenis) misst 12,9 Kilometer. Der Große St. Bernhard-Tunnel mit knapp 5,8 Kilometern liegt deutlich darunter, behält aber seine regionale Bedeutung als kürzester Alpenübergang zwischen der Schweiz und Italien.

Fahrzeit und Geschwindigkeit

Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h beträgt die reine Durchfahrtszeit knapp fünf Minuten. In der Praxis ist mit Wartezeiten bei Gegenverkehr und gelegentlichen Geschwindigkeitsreduktionen zu rechnen. Die Kapazität liegt bei circa 1.700 Fahrzeugen pro Tag.

Die Kapazität ist bewusst begrenzt – der Tunnel dient gezielten alpinen Querungen, nicht dem Massenverkehr. Wer täglich hunderte Lastwagen erwartet, wird enttäuscht.

Wie viel kostet die Durchfahrt durch den Tunnel du Grand Saint Bernard?

Der Große St. Bernhard-Tunnel ist gebührenpflichtig – unabhängig von einer Schweizer Autobahnvignette. Die Mautpreise sind gestaffelt nach Fahrzeugkategorie.

Mautpreise für PKW und LKW

Für Personenkraftwagen liegen die Mautkosten bei 29 bis 49 CHF je nach Saison und Tarifzeitraum. Lastwagen und Sattelschlepper zahlen deutlich mehr – die genauen Tarife variieren nach Gewichtsklasse. 2006 wurde beschlossen, die Mautgebühr ohne Mehrwertsteuer zu erheben, was den Preisvergleich für ausländische Reisende vereinfacht.

Rabatte und Vignetten

Die Mauttabelle des Betreibers unterscheidet zwischen Sommer- und Wintertarifen, wobei der genaue aktuelle Preis für 2025/26 in den verfügbaren Quellen nicht vollständig bestätigt ist. Eine schweizer Autobahnvignette berechtigt nicht zur kostenlosen Durchfahrt – die Maut ist separat zu entrichten.

Zahlungsmethoden

Die Mautstellen akzeptieren gängige Zahlungsmittel. Für Vielfahrer und Anwohner können saisonale Abonnements oder Mehrfahrtenkarten verfügbar sein – aktuelle Konditionen sind direkt beim Betreiber oder auf offiziellen Mautportalen zu erfragen.

Wer häufig queren muss, sollte die Verfügbarkeit von Abonnements prüfen – die Grenzkosten pro Fahrt sinken bei Mehrfahrten deutlich. Für eine Einzelstrecke bleibt die Maut von 30 bis 50 Franken ein spürbarer Posten.

Lawinenrisiko: Schließt eine Lawine den Grossen St.-Bernard-Pass?

Lawinen sind der Grund, warum der Große St. Bernhard-Pass jährlich von Oktober bis Mai gesperrt bleibt. Der Tunnel als unterirdische Passage ist davon weitgehend unberührt.

Kürzliche Vorfälle

Am 17. April 2025 löste sich bei der Galerie Les Toules – einer Schutzgalerie vor dem Nordportal – eine Lawine auf der A21. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (Bundesbehörde) bestätigte Schäden an der Galerie infolge des Lawinenniedergangs. Das Ereignis zeigt, dass Lawinen nicht nur den Pass, sondern auch die Passzufahrten treffen können.

Tunnel als Alternative

Der Tunnel unterquert den Pass in etwa 1.900 Metern Höhe – unterhalb der Lawinenzone. Selbst wenn Lawinen die Passstraße und deren Galerie zerstören, bleibt der Tunnel passierbar. Die Lawine vom April 2025 betraf nicht den Tunnel selbst, sondern die Zufahrt von Schweizer Seite.

Sicherheitstipps im Winter

Winterreisende sollten das Lawinenbulletin des SLF (Forschungsinstitut für Schnee und Lawinen) prüfen. Bei erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) oder höher (Stufe 4) sind Schneeketten auf der italienischen Zufahrt obligatorisch. Die Winterreifenpflicht im Aostatal gilt vom 15. Oktober bis 15. April.

Fazit: Der Große St.-Bernhard-Tunnel ist keine Modeerscheinung – er ist eine Ingeneursleistung, die seit 1964 funktioniert. Winterreisende: Plant die Maut von 30–50 CHF ein und prüft vor Abfahrt den Status auf saint-bernard.ch. Passliebhaber: Der Pass ist von Juni bis Oktober eine der spektakulärsten Alpenrouten – aber nur dann.

Technische Spezifikationen im Überblick

Zwölf Parameter definieren das Profil des Großen St. Bernhard-Tunnels.

Spezifikation Wert Quelle
Länge 5.798 m Wikipedia (Deutsch)
Unterquerungshöhe ca. 1.900 m ü. M. Wikipedia (Deutsch)
Höchstgeschwindigkeit 80 km/h Wikipedia (Deutsch)
Tageskapazität ca. 1.700 Fahrzeuge Europamaut (Mautvergleich)
Inbetriebnahme 19. März 1964 Digitale Vignette Schweiz
Gegenverkehr Ja (Einspurbahn) Wikipedia (Deutsch)
Pipeline im Unterbau Oléoduc du Rhône (stillgelegt) Wikipedia (Deutsch)
Betreiber SISEX SA Digitale Vignette Schweiz
Strecke Martigny–Aosta 74,6 km Bikerbetten (Alpenrouten)
Winterreifenpflicht IT 15. Okt. – 15. Apr. Le Tunnel du GSB
Nachtarbeiten 2026 11. Jan. – 26. Juni Traffic Ban
Vollsperrung 2026 15. Sep., 19:30–01:00 Traffic Ban

Die Tabelle zeigt: Der Betreiber SISEX SA setzt 2026 auf umfangreiche Nachtarbeiten und eine Vollsperrung im September – kein Grund zur Sorge, aber planbar.

Zeitliche Entwicklung

Drei Datenpunkte zeigen die Entwicklung der Infrastruktur seit der Eröffnung.

Zeitraum / Datum Ereignis Quelle
1964 Eröffnung des Tunnels Digitale Vignette Schweiz
19. April 2025 Lawine schließt Pass bis Ostern ASTRA (Bundesamt für Straßen)
Winter 2024/25 Regelmäßige Lawinensperren am Pass SLF (Forschungsinstitut)

Das Muster ist klar: Der Pass wird fast jeden Winter durch Lawinen blockiert, während der Tunnel den Betrieb aufrechterhält.

Sicherheitslage und Unsicherheiten

Trotz der soliden Datenbasis bleiben einige Fragen offen.

Bestätigte Fakten

  • Länge 5.798 m – Quelle: Wikipedia
  • Verbindung Martigny–Aosta – Quelle: Digitale Vignette Schweiz
  • Höchstgeschwindigkeit 80 km/h – Quelle: Wikipedia
  • Tageskapazität ca. 1.700 Fahrzeuge – Quelle: Europamaut
  • Lawinenvorfall 17. April 2025 – Quelle: ASTRA
  • Nachtarbeiten 2026 bestätigt – Quelle: Traffic Ban

Unklare Punkte

  • Exakte Mautpreise für 2025/26
  • Zeitpunkt der nächsten Passsperrung
  • Aktuelle Wartezeiten bei Sperrungen
  • Dauer der Passsperre nach Lawinenereignissen

Eine Lawine am 17. April 2025 zerstörte die Galerie Les Toules auf der A21 – kurz vor dem Tunneleingang. Das Schweizer Bundesamt für Straßen bestätigte den Vorfall und die Sperrung der Zufahrt.

— ASTRA (Schweizer Bundesamt für Straßen), April 2025

Der Tunnel bleibt auch bei Lawinenlage passierbar. Das Lawinenbulletin für den Alpenhauptkamm ist vor Abfahrt zu prüfen.

— Saint-Bernard.ch (Offizieller Betreiber), 2026

Für Winterreisende, die zwischen der Schweiz und Italien pendeln, ist die Entscheidung eindeutig: Der Tunnel ist die einzige ganzjährig befahrbare Route. Wer die Maut von 30 bis 50 Franken scheut, fährt via SS27 – sechs Kilometer länger, aber mautfrei. Der Pass bleibt ein Sommererlebnis.

Verwandte Beiträge: Geschwindigkeitsüberschreitung Schweiz: Strafen & Toleranz · Arena heute Abend Thema: Wie weiter beim Verkehr? SRF

Verwandte Berichterstattung: San-Bernardino-Tunnel fördjupar bilden av San Bernardino Tunnel Aktuell – Status, Sperrungen und Alternativen.

Häufig gestellte Fragen

Wann öffnet der St.-Bernhard-Tunnel im Winter?

Der Tunnel ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Sperrungen sind möglich bei Nachtarbeiten (bis 26. Juni 2026, 22:00–06:00 Uhr) und Sicherheitsübungen (15. September 2026, 19:30–01:00 Uhr). Aktuelle Meldungen auf saint-bernard.ch.

Brauche ich eine Vignette für den Tunnel?

Nein. Die Schweizer Autobahnvignette berechtigt nicht zur kostenlosen Durchfahrt. Die Maut ist separat zu entrichten, unabhängig vom Vignettenbesitz.

Wie lange dauert die Fahrt durch den Tunnel?

Die reine Durchfahrtszeit beträgt bei 80 km/h knapp fünf Minuten. Die Gesamtfahrzeit Martigny–Aosta über den Tunnel liegt bei etwa 60 Minuten.

Gibt es Alternativen zum St.-Bernhard-Tunnel?

Ja: Die Strada Statale 27 (SS27) durch das Aostatal ist mautfrei, aber sechs Kilometer länger (81 statt 74,6 km). Der Große St. Bernhard-Pass ist nur von Juni bis Oktober befahrbar.

Welche Fahrzeuge dürfen durch den Tunnel?

Personenwagen, Lastwagen und Motorräder. Während der Nachtarbeiten 2026 gilt eine Höhenbeschränkung von 3,00 Metern. Wohnwagen sind auf der Passstraße verboten, aber nicht im Tunnel.

Wie wirkt sich Lawinengefahr auf den Tunnel aus?

Lawinen betreffen primär den Pass und seine Zufahrten. Der Tunnel selbst liegt unterhalb der Lawinenzone und bleibt meist passierbar. Die Galerie Les Toules am Nordportal ist lawinengefährdet.

Wo finde ich die aktuelle Karte des Tunnels?

Offizielle Karten und Statusmeldungen sind auf saint-bernard.ch verfügbar. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) veröffentlicht Sperrmeldungen auf astra.admin.ch.