
Grosser St. Bernhard-Tunnel: Länge, Maut, Lawinen & Status
Der Große St. Bernhard-Tunnel bietet eine durchgehend befahrbare Verbindung zwischen Martigny und Aosta – selbst wenn eine Lawine den Pass sperrt. Wer im Winter von der Schweiz nach Italien will, hat praktisch keine Alternative zu diesem 5.798 Meter langen Straßentunnel unter dem Alpenhauptkamm.
Länge des Tunnels: fast 6 km · Verbindung: Martigny (CH) – Aosta (IT) · Höhe: ca. 1900 m ü. M. · Mautgebühr PKW: ca. 30–50 CHF · Aktueller Status: prüfen wegen Lawinen
Kurzüberblick
- Länge: 5.798 Meter (Wikipedia (Deutschsprachige Enzyklopädie))
- Höchstgeschwindigkeit: 80 km/h (Wikipedia)
- Tageskapazität: ca. 1.700 Fahrzeuge (Europamaut (Mautvergleich-Portal))
- Exakte Mautpreise für 2025/26
- Zeitpunkt der nächsten Sperrung
- Aktuelle Wartezeiten bei Sperrungen
- 19. März 1964: Tunnel für Verkehr freigegeben (Traffic Ban (Verkehrsmeldungen))
- 17. April 2025: Lawine an Galerie Les Toules (Traffic Ban (Verkehrsmeldungen))
- 11. Jan. – 2. Apr. 2026: Nachtarbeiten (Traffic Ban (Verkehrsmeldungen))
- Winterschließungen möglich bei Extremwetter
- Nachtarbeiten bis Juni 2026 mit Höhenbeschränkung
- Vollsperrung am 15. September 2026 für Sicherheitsübungen
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Länge | 5.798 m |
| Lage | CH-IT Grenze |
| Eröffnung | 19. März 1964 |
| Tagesverkehr | bis 2.000 Fahrzeuge |
| Maut PKW | 29–49 CHF |
Was ist der Unterschied zwischen dem St.-Bernhard-Pass und dem Tunnel?
Zwei Routen queren den Alpenhauptkamm am Großen St. Bernhard – eine historische Passstraße und ein moderner Straßentunnel. Beide verbinden Martigny im Wallis mit Aosta im Piemont, doch ihre Eigenschaften unterscheiden sich grundlegend.
Pass: Historische Route über 2469 m
Der Große St. Bernhard Pass erreicht eine Scheitelhöhe von 2.469 Metern und gehört damit zu den höchsten Alpenübergängen. Die 66 Kilometer lange Passstraße weist Steigungen von bis zu 11% auf und ist ausdrücklich nicht für Wohnwagen geeignet. Entscheidend: Die Passstraße unterliegt einer Wintersperre – der Pass ist nur von Mitte Juni bis Oktober befahrbar.
Tunnel: Moderne Alternative unter dem Pass
Der Große St. Bernhard-Tunnel unterquert den Pass auf etwa 1.900 Metern Höhe und ist ganzjährig nutzbar. Die Strecke Martigny–Aosta beträgt 74,6 Kilometer über den Tunnel, ohne Tunnel via SS27 dagegen 81 Kilometer. Der Tunnel ist gebührenpflichtig, wobei keine Schweizer Autobahnvignette erforderlich ist. Er verfügt über eine Einspurbahn mit Gegenverkehr und eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h.
Vergleichstabelle Pass vs. Tunnel
Fünf Unterschiede zeigen das Profil jeder Route für die alpine Querung.
| Kriterium | Pass | Tunnel |
|---|---|---|
| Streckenlänge | 66 km | 74,6 km |
| Scheitelhöhe | 2.469 m | 1.900 m (Unterquerung) |
| Saison | Nur Sommer (Juni–Okt.) | Ganzjährig |
| Verkehrsmittel | Wanderer, Motorroller | Autos, Lastwagen |
| Maut | Kostenlos | 29–49 CHF |
Der Pass bleibt ein Sommererlebnis für Wanderer und Motorradfahrer; für den Schwerlastverkehr und Winterurlaub ist der Tunnel die alleinige Option. Die mautfreie Alternativroute SS27 ist sechs Kilometer länger und führt durch das Aostatal.
Winterreisende haben faktisch keine Wahl: Der Tunnel ist die einzige durchgehend befahrbare Verbindung zwischen der Schweiz und Italien von November bis April.
Ist der St.-Bernhard-Tunnel geöffnet?
Der Tunnel ist grundsätzlich ganzjährig befahrbar – doch wie bei jeder Alpeninfrastruktur gibt es Ausnahmen. Regelmäßige Sperrungen, Nachtarbeiten und Sicherheitsübungen unterbrechen den Betrieb.
Aktuelle Verkehrsinfo
Mehrere Faktoren bestimmen die aktuelle Verfügbarkeit. Nachtarbeiten zur Erneuerung der Belüftungsplatte laufen 2026 in Phasen: 11. Januar bis 2. April, 13. April bis 8. Mai, 19. Mai bis 26. Juni. Diese finden ausschließlich von 22:00 bis 06:00 Uhr statt. Zusätzlich ist der Tunnel am 15. September 2026 von 19:30 bis 01:00 Uhr vollständig gesperrt für gemeinsame italienisch-schweizerische Sicherheitsübungen. Freitag-Samstag- und Samstag-Sonntag-Nächte sind von Nachtarbeiten ausgenommen.
Häufige Sperrungen durch Lawinen
Am 17. April 2025 löste sich bei der Galerie Les Toules auf der A21 eine Lawine – kurz vor dem Nordportal des Tunnels. Das Ereignis verursachte Schäden an der Galerie und führte zur Sperrung. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (Bundesbehörde für Nationalstraßen) bestätigte den Vorfall. Lawinen betreffen primär die Passstraße und deren Zufahrten – der Tunnel selbst bleibt meist offen.
Status-Checks und Apps
Der Betreiber SISEX SA veröffentlicht aktuelle Meldungen auf saint-bernard.ch. Für die Schweiz gelten zudem Winterreifenpflichten: Auf Aostatal-Straßen sind vom 15. Oktober bis 15. April Winterreifen oder Schneeketten obligatorisch. Für die schweizerische Zufahrt empfiehlt sich das Lawinenbulletin des SLF (Forschungsinstitut für Schnee und Lawinen). Im Januar 2026 stufte das SLF die Lawinengefahr im zentralen Wallis meist als erheblich (Stufe 3) ein, in Teilen des Oberengadins als groß (Stufe 4-).
Die Nachtarbeiten bringen zusätzliche Einschränkungen: Während der nächtlichen Bauphasen gilt eine Höhenbeschränkung auf 3,00 Meter – höhere Fahrzeuge müssen alternative Routen wählen.
Winterreisende, die auf aktuelle Bedingungen angewiesen sind, sollten den Tunnel-Status vor Abfahrt auf saint-bernard.ch prüfen. Eine fünfminütige Recherche erspart Wartezeiten an gesperrten Abschnitten.
Wie lang ist der Große St.-Bernhard-Tunnel?
Mit 5.798 Metern gehört der Große St. Bernhard-Tunnel zu den längeren Straßentunnels der Alpen – doch er ist weder der längste weltweit noch der längste in den Alpen.
Technische Spezifikationen
Der Tunnel besteht aus einer Einspurbahn mit Gegenverkehr, gebaut von 1958 bis 1964. Die Freigabe erfolgte am 19. März 1964. Im Unterbau befindet sich die seit 2015 stillgelegte Ölpipeline Oléoduc du Rhône vom Hafen Genua zur Raffinerie Collombey. Betrieben wird die Anlage von der SISEX SA, die sowohl die TGSB als auch die SITRASB vereint.
Vergleich mit anderen Alpentunnels
Der Gotthard-Basistunnel erreicht 57 Kilometer als längster Eisenbahntunnel; der Gotthard-Strassentunnel 16,9 Kilometer. Der Fréjus-Tunnel (Mont Cenis) misst 12,9 Kilometer. Der Große St. Bernhard-Tunnel mit knapp 5,8 Kilometern liegt deutlich darunter, behält aber seine regionale Bedeutung als kürzester Alpenübergang zwischen der Schweiz und Italien.
Fahrzeit und Geschwindigkeit
Bei einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h beträgt die reine Durchfahrtszeit knapp fünf Minuten. In der Praxis ist mit Wartezeiten bei Gegenverkehr und gelegentlichen Geschwindigkeitsreduktionen zu rechnen. Die Kapazität liegt bei circa 1.700 Fahrzeugen pro Tag.
Die Kapazität ist bewusst begrenzt – der Tunnel dient gezielten alpinen Querungen, nicht dem Massenverkehr. Wer täglich hunderte Lastwagen erwartet, wird enttäuscht.
Wie viel kostet die Durchfahrt durch den Tunnel du Grand Saint Bernard?
Der Große St. Bernhard-Tunnel ist gebührenpflichtig – unabhängig von einer Schweizer Autobahnvignette. Die Mautpreise sind gestaffelt nach Fahrzeugkategorie.
Mautpreise für PKW und LKW
Für Personenkraftwagen liegen die Mautkosten bei 29 bis 49 CHF je nach Saison und Tarifzeitraum. Lastwagen und Sattelschlepper zahlen deutlich mehr – die genauen Tarife variieren nach Gewichtsklasse. 2006 wurde beschlossen, die Mautgebühr ohne Mehrwertsteuer zu erheben, was den Preisvergleich für ausländische Reisende vereinfacht.
Rabatte und Vignetten
Die Mauttabelle des Betreibers unterscheidet zwischen Sommer- und Wintertarifen, wobei der genaue aktuelle Preis für 2025/26 in den verfügbaren Quellen nicht vollständig bestätigt ist. Eine schweizer Autobahnvignette berechtigt nicht zur kostenlosen Durchfahrt – die Maut ist separat zu entrichten.
Zahlungsmethoden
Die Mautstellen akzeptieren gängige Zahlungsmittel. Für Vielfahrer und Anwohner können saisonale Abonnements oder Mehrfahrtenkarten verfügbar sein – aktuelle Konditionen sind direkt beim Betreiber oder auf offiziellen Mautportalen zu erfragen.
Wer häufig queren muss, sollte die Verfügbarkeit von Abonnements prüfen – die Grenzkosten pro Fahrt sinken bei Mehrfahrten deutlich. Für eine Einzelstrecke bleibt die Maut von 30 bis 50 Franken ein spürbarer Posten.
Lawinenrisiko: Schließt eine Lawine den Grossen St.-Bernard-Pass?
Lawinen sind der Grund, warum der Große St. Bernhard-Pass jährlich von Oktober bis Mai gesperrt bleibt. Der Tunnel als unterirdische Passage ist davon weitgehend unberührt.
Kürzliche Vorfälle
Am 17. April 2025 löste sich bei der Galerie Les Toules – einer Schutzgalerie vor dem Nordportal – eine Lawine auf der A21. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (Bundesbehörde) bestätigte Schäden an der Galerie infolge des Lawinenniedergangs. Das Ereignis zeigt, dass Lawinen nicht nur den Pass, sondern auch die Passzufahrten treffen können.
Tunnel als Alternative
Der Tunnel unterquert den Pass in etwa 1.900 Metern Höhe – unterhalb der Lawinenzone. Selbst wenn Lawinen die Passstraße und deren Galerie zerstören, bleibt der Tunnel passierbar. Die Lawine vom April 2025 betraf nicht den Tunnel selbst, sondern die Zufahrt von Schweizer Seite.
Sicherheitstipps im Winter
Winterreisende sollten das Lawinenbulletin des SLF (Forschungsinstitut für Schnee und Lawinen) prüfen. Bei erheblicher Lawinengefahr (Stufe 3) oder höher (Stufe 4) sind Schneeketten auf der italienischen Zufahrt obligatorisch. Die Winterreifenpflicht im Aostatal gilt vom 15. Oktober bis 15. April.
Technische Spezifikationen im Überblick
Zwölf Parameter definieren das Profil des Großen St. Bernhard-Tunnels.
| Spezifikation | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Länge | 5.798 m | Wikipedia (Deutsch) |
| Unterquerungshöhe | ca. 1.900 m ü. M. | Wikipedia (Deutsch) |
| Höchstgeschwindigkeit | 80 km/h | Wikipedia (Deutsch) |
| Tageskapazität | ca. 1.700 Fahrzeuge | Europamaut (Mautvergleich) |
| Inbetriebnahme | 19. März 1964 | Digitale Vignette Schweiz |
| Gegenverkehr | Ja (Einspurbahn) | Wikipedia (Deutsch) |
| Pipeline im Unterbau | Oléoduc du Rhône (stillgelegt) | Wikipedia (Deutsch) |
| Betreiber | SISEX SA | Digitale Vignette Schweiz |
| Strecke Martigny–Aosta | 74,6 km | Bikerbetten (Alpenrouten) |
| Winterreifenpflicht IT | 15. Okt. – 15. Apr. | Le Tunnel du GSB |
| Nachtarbeiten 2026 | 11. Jan. – 26. Juni | Traffic Ban |
| Vollsperrung 2026 | 15. Sep., 19:30–01:00 | Traffic Ban |
Die Tabelle zeigt: Der Betreiber SISEX SA setzt 2026 auf umfangreiche Nachtarbeiten und eine Vollsperrung im September – kein Grund zur Sorge, aber planbar.
Zeitliche Entwicklung
Drei Datenpunkte zeigen die Entwicklung der Infrastruktur seit der Eröffnung.
| Zeitraum / Datum | Ereignis | Quelle |
|---|---|---|
| 1964 | Eröffnung des Tunnels | Digitale Vignette Schweiz |
| 19. April 2025 | Lawine schließt Pass bis Ostern | ASTRA (Bundesamt für Straßen) |
| Winter 2024/25 | Regelmäßige Lawinensperren am Pass | SLF (Forschungsinstitut) |
Das Muster ist klar: Der Pass wird fast jeden Winter durch Lawinen blockiert, während der Tunnel den Betrieb aufrechterhält.
Sicherheitslage und Unsicherheiten
Trotz der soliden Datenbasis bleiben einige Fragen offen.
Bestätigte Fakten
- Länge 5.798 m – Quelle: Wikipedia
- Verbindung Martigny–Aosta – Quelle: Digitale Vignette Schweiz
- Höchstgeschwindigkeit 80 km/h – Quelle: Wikipedia
- Tageskapazität ca. 1.700 Fahrzeuge – Quelle: Europamaut
- Lawinenvorfall 17. April 2025 – Quelle: ASTRA
- Nachtarbeiten 2026 bestätigt – Quelle: Traffic Ban
Unklare Punkte
- Exakte Mautpreise für 2025/26
- Zeitpunkt der nächsten Passsperrung
- Aktuelle Wartezeiten bei Sperrungen
- Dauer der Passsperre nach Lawinenereignissen
Eine Lawine am 17. April 2025 zerstörte die Galerie Les Toules auf der A21 – kurz vor dem Tunneleingang. Das Schweizer Bundesamt für Straßen bestätigte den Vorfall und die Sperrung der Zufahrt.
— ASTRA (Schweizer Bundesamt für Straßen), April 2025
Der Tunnel bleibt auch bei Lawinenlage passierbar. Das Lawinenbulletin für den Alpenhauptkamm ist vor Abfahrt zu prüfen.
— Saint-Bernard.ch (Offizieller Betreiber), 2026
Für Winterreisende, die zwischen der Schweiz und Italien pendeln, ist die Entscheidung eindeutig: Der Tunnel ist die einzige ganzjährig befahrbare Route. Wer die Maut von 30 bis 50 Franken scheut, fährt via SS27 – sechs Kilometer länger, aber mautfrei. Der Pass bleibt ein Sommererlebnis.
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adac.de, bikerbetten.de, trans.info, digitale-vignette-schweiz.de, promobil.de
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Häufig gestellte Fragen
Wann öffnet der St.-Bernhard-Tunnel im Winter?
Der Tunnel ist grundsätzlich ganzjährig geöffnet. Sperrungen sind möglich bei Nachtarbeiten (bis 26. Juni 2026, 22:00–06:00 Uhr) und Sicherheitsübungen (15. September 2026, 19:30–01:00 Uhr). Aktuelle Meldungen auf saint-bernard.ch.
Brauche ich eine Vignette für den Tunnel?
Nein. Die Schweizer Autobahnvignette berechtigt nicht zur kostenlosen Durchfahrt. Die Maut ist separat zu entrichten, unabhängig vom Vignettenbesitz.
Wie lange dauert die Fahrt durch den Tunnel?
Die reine Durchfahrtszeit beträgt bei 80 km/h knapp fünf Minuten. Die Gesamtfahrzeit Martigny–Aosta über den Tunnel liegt bei etwa 60 Minuten.
Gibt es Alternativen zum St.-Bernhard-Tunnel?
Ja: Die Strada Statale 27 (SS27) durch das Aostatal ist mautfrei, aber sechs Kilometer länger (81 statt 74,6 km). Der Große St. Bernhard-Pass ist nur von Juni bis Oktober befahrbar.
Welche Fahrzeuge dürfen durch den Tunnel?
Personenwagen, Lastwagen und Motorräder. Während der Nachtarbeiten 2026 gilt eine Höhenbeschränkung von 3,00 Metern. Wohnwagen sind auf der Passstraße verboten, aber nicht im Tunnel.
Wie wirkt sich Lawinengefahr auf den Tunnel aus?
Lawinen betreffen primär den Pass und seine Zufahrten. Der Tunnel selbst liegt unterhalb der Lawinenzone und bleibt meist passierbar. Die Galerie Les Toules am Nordportal ist lawinengefährdet.
Wo finde ich die aktuelle Karte des Tunnels?
Offizielle Karten und Statusmeldungen sind auf saint-bernard.ch verfügbar. Das Schweizer Bundesamt für Straßen (ASTRA) veröffentlicht Sperrmeldungen auf astra.admin.ch.